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Who is who der sozialen Arbeit
Verfasserangabe: Hugo Maier (Hrsg.)
Jahr: 1998
Verlag: Freiburg im Breisgau, Lambertus-Verl.
Bücher
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Inhalt
Jeder, der sich schon einmal mit der Geschichte der Sozialen Arbeit beschäftigt hat, weiß, wieviel Mühe es macht, halbwegs vollständige und verlässliche Daten über die Lebensläufe ihrer Akteure zu bekommen. Schon insofern kann man die vorzustellende Publikation nur begrüßen. Sie geht zurück auf ein Forschungsprojekt, das von 1993 bis 1996 an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln, unter Leitung des Herausgebers Hugo Maier durchgeführt worden ist. Ziel des Projektes war es, durch die Zusammenstellung von Biographien "wichtiger Personen" aus Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Grundlagen und Entwicklungslinien dieser vergleichsweise jungen Wissenschaftsdisziplin zu leisten. Herausgekommen ist - unter Mitarbeit zahlreicher Autoren unterschiedlicher Herkunft - ein Nachschlagewerk, das auf 664 Seiten rund 600 Persönlichkeiten aus dem Deutschland des ausgehenden 19. und fast gesamten 20. Jahrhunderts porträtiert. Selbst ein guter Kenner der Geschichte dieses Feldes wird nur mit einem Bruchteil der versammelten Namen vertraut sein. Theoretiker der Sozialen Arbeit sind ebenso vertreten wie Sozialpolitiker und die Gründer von Einrichtungen oder Verbänden. Neben Vertreterinnen und Vertretern der katholischen (von Adolf Kolping über Agnes Neuhaus bis Joseph Höffner), öffentlichen, evangelischen, jüdischen, sozialdemokratischen und dissidentischen Wohlfahrtspflege finden z.B. auch Repräsentanten der Reform- und Sexualpädagogik sowie der Frauen-bewegung ihren Platz. Aufgenommen wurden überdies zahlreiche Vertreter der nationalsozia-listischen Volkspflege - etwa Robert Ley, Gunda Diehl und Erich Hilgenfeldt. Generell nicht berücksichtigt wurden noch lebende Personen; vielleicht auch deshalb sind Akteure aus der DDR deutlich unterrepräsentiert. Natürlich lassen sich mit Leichtigkeit eine Reihe von Namen nennen, die, obwohl sie dies ver-dient hätten, in dem vorliegenden Handbuch keine Berücksichtigung gefunden haben (z.B. Gottlob Binder, Friedrich Rothe oder Karl Pawlowski). Doch das wäre billige Kritik, zumal der Herausgeber selbst schon im Vorwort betont, es handle sich bei dem Projekt um "work in progress", die zunächst im Internet (www.lambertus.de) und später auch als Printfassung eine kontinuierliche Fortschreibung erfahren soll. Positiv hervorzuheben ist, dass die Beiträge nicht nur biographische Hintergründe und berufliche Werdegänge beleuchten sowie weiterführende Literaturhinweise enthalten, sondern sich jeweils auch um eine kritische Würdigung des Ideenkonzepts der betreffenden Person und ihres spezifi-schen Beitrags zur Entwicklung sozialer Arbeit bemühen. Und obgleich manche Autoren ihre Sympathie für die von ihnen beschriebene Persönlichkeit nicht verhehlen können, bleibt doch in den meisten Fällen die notwendige historisch-kritische Distanz gewahrt. Dies ist in der Geschichtsschreibung der Sozialen Arbeit gerade bei biographischen Zugängen bislang noch keineswegs selbstverständlich. Einen besonders interessanten vergleichenden Aspekt der Porträts stellt die Spiegelung bzw. Nichtspiegelung der politischen Brüche des 20. Jahrhunderts in den Biographien dar. Nicht wenige der vorgestellten Personen waren in drei oder - wie z.B. Wilhelm Polligkeit - gar vier verschiedenen politischen Systemen aktiv. Aufschlussreich ist insbesondere ein Vergleich der sehr unterschiedlichen Karriereverläufe im "Dritten Reich". Neben Persönlichkeiten, die aus politischen oder rassischen Gründen ihre Stellung verloren, freiwillig oder gezwungenermaßen den Weg in die Emigration antraten, zum Teil auch verhaftet oder sogar umgebracht wurden, gab es zahlreiche Beispiele scheinbar selbstverständlicher Kontinuität. Und es gab natürlich auch ausgesprochene Opportunisten, die den per-sonellen und inhaltlichen Umbruch der NS-"Machtergreifung" als Sprungbrett für die eigene Karriere nutzten und sich dabei tief in die Verbrechen des Hitlerregimes verstrickten. Ebenso interessant wie der Blick auf das Jahr 1933 ist es, in den vorgestellten Biographien die vielfältigen Facetten und Mischungsverhältnisse von Konstanzen und Brüchen im Übergang von der NS-Zeit zur Bundesrepublik zu verfolgen. Manche problematische biographische Kontinuität der sozialen Arbeit harrt hier bis heute der historischen Aufarbeitung. Insgesamt stellt das Who is Who der Sozialen Arbeit - obwohl es insbesondere in der Einführung einen sorgfältigeren Lektor verdient hätte - ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk dar, dem man eine Fortschreibung nur nachdrücklich wünschen kann. -
Darin u.a.: Margarete Ehlert ; Marie Juchacz ; Elly Heuss-Knapp ; Wilhelm Adolf Lette ; Lina Morgenstern ; Emil Münsterberg ; Louise Otto-Peters ; Walter Stets ; Fritz Stier-Somlo ; Clara Zetkin ; ...
Details
Verfasserangabe: Hugo Maier (Hrsg.)
Jahr: 1998
Verlag: Freiburg im Breisgau, Lambertus-Verl.
Systematik: 04.06.01
ISBN: 3-7841-1036-3
Beschreibung: 646 S.
Beteiligte Personen: Maier, Hugo [Hrsg.]
Mediengruppe: Bücher